Ein neues Versteck anlegen

Wichtige Anmerkung im Zusammenhang mit Pressemeldungen (z.B. Fernsehsendung "Einstein" vom 28.6.2007):

Ein Neu-Cacher sollte erst dann selber einen Cache verstecken, wenn er mindestens 50 Caches selbst gefunden hat.
Es sind nach Medienberichten (Fernsehen, Presse, Radio) immer wieder nach erster Begeisterung ziemlich fragwürdige neue Caches angelegt worden, die der Gemeinschaft keine Freude gemacht haben.
Nach 50 gefundenen Caches hat man ein Gefühl dafür, wie Caches eingerichtet werden sollten - und wie eben nicht!

Geeignete Orte

Der erste Gedanke gilt dem Finden eines geeigneten Verstecks und dem Festlegen der Schwierigkeitsgrade von "Kniffligkeit" und Gelände.

Ein Versteck, zu dem der Weg durch historisch, kulturell oder geografisch interessantes Gelände zu einem überwältigenden Aussichtpunkt führt, gefällt eventuell besser als ein solches durch Sumpf, Geröllfelder und Brennnesseln.

Ein Versteck, das für einen Familienausflug taugen soll, darf nicht durch besonders schwieriges Gelände führen und sollte nicht einen all zu langen Anmarschweg voraussetzen. Mehr als 2 Dutzend Mal die Frage "Wo ist denn nun das Versteck?" anzuhören, sollte man dem motivierten Familienoberhaupt nicht zumuten.

Umweltfreundlich ist ein Cache, wenn der Ausgangspunkt mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar ist.

Abzusehen ist von einem Versteck, das nur über Privatgrund oder durch ein seltenes Vorkommen von geschützten Pflanzen erreichbar ist. Ebenso sind Gebiete zu meiden, in denen Tiere aufgeschreckt werden oder Höhlen, in denen Fledermäuse überwintern.

Unterwegs könnten diskrete Wegmarken gesetzt werden, z.B. das Geocaching-Logo an Wegweisern, Pfosten, Bäumen.

Eine Regel heisst, dass im Umkreis von 0,1 Meilen (160,9 Meter) um einen bestehenden Cache kein weiterer versteckt werden darf. Allenfalls würde ein solcher Cache von geocaching.com, d.h. dem zuständigen 'Reviewer', nicht angenommen.

Nicht betroffen von dieser Regel sind Event-Caches und Posten von Multicaches, bei denen lediglich etwas abgelesen werden muss, was ohnehin da ist (Infotafel, Wegweiser, Hausnummer, EKZ-Nummer ...) und nicht vom Geocacher speziell angebracht worden ist.

Beim Anlegen eines Caches bei www.geocaching.com muss der "Besitzer" ein Häkchen setzen, dass die Einwilligung des Grundbesitzers vorliegt. Ein wildes Auslegen an ungeeigneten oder kritischen Orten sollte so vermieden werden. Gerade bei Nachtcaches wird der Waldbesitzer die Einwilligung nur erteilen, wenn genügend auf Naturschutz- und Wildruhezonen Rücksicht genommen wird.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass Cacher für den Anmarsch nicht unbedingt die Wege benützen, die der Owner vorgesehen hat. Dies kann einen vorgesehenen Ort für ein Versteck ungünstig oder unmöglich machen. Es ist bei der Wahl eines Versteckortes immer vorteilhaft, vom dümmsten Fall oder Cacher auszugehen ... und allenfalls gleich einen besseren Ort zu suchen.

Es lässt sich wohl kaum vermeiden, dass Cacher in Gruppen bei Tag und Nacht durch Wald, Flur und Quartiere ziehen, Lärm verursachen und mit ihren dicken Taschenlampen herum zünden, zum Schrecken von Tieren und Anwohnern. Das sollte bei der Wahl eines Verstecks mitberücksichtigt werden.

 

Der Versteck-Platz

Das Versteck sollte nicht einfach einsehbar sein. An viel begangenen Plätzen kann's sonst mühsam werden, am Cache zu hantieren, ohne dass Nicht-Geocacher neugierig zusehen und danach den Schatz frohlockend nach Hause tragen.

Bei unserer allerersten Suche ist beim Ausfüllen des Logbuchs prompt die nächste Geocacher-Gruppe angerückt. Denen haben wir unfreiwillig den Suchspass verdorben. Laut Logbuch war das - ausser uns - der erste Suchtrupp seit einem Monat. Und das kann man ja nicht einmal ausgesprochen "viel begangen" nennen.

Ein Kind wäre wohl enttäuscht, wenn es erfährt, dass das Versteck nur gesehen werden kann, wenn man 2 Meter 20 gross ist.

Das Versteck ist Sommer und Winter draussen und wird auch zu jeder Jahreszeit besucht - hoffentlich! Da kann ein Plätzchen im Frühling lieblich aussehen und im Sommer mitten in den Brennnesseln und Brombeerranken liegen und im Winter von 2 Meter Schnee zugeweht sein. Wäre doch schade, wenn der Sucher denkt, der Versteckende hätte dies absichtlich so geplant?!
Wer bei Ebbe versteckt, muss auch an die Flut denken ...

 

Versteck anlegen

Als Behälter wird meist eine gut verschliessbare, wasserdichte Plastikdose von etwa 1 Liter Inhalt oder ein Konservenglas benutzt. Für ganz kleine Caches dient etwa eine Filmdose - mit einem Bonsai-Bleistift und einer Briefmarke als Log-Buch ... (;-).

In der Erstausstattung der Schatztruhe gehören unbedingt hinein:
- das Log-Buch
- ein Bleistift (mit Radiergummi-Ende) und ein Bleistiftspitzer

Auf keinen Fall in den Cache gehören Waren, die:
- verderblich sind (Lebensmittel)
- in der Wärme schmelzen
- in der Kälte gefrieren (und das Gefäss sprengen)
- unappetitlich aussehen
- unanständig erscheinen könnten (CD, Literatur)
- verboten sind (Waffen, Drogen, Gifte)

Lebensmittel könnten von Tieren gerochen werden, manche haben längere Nasen als der Mensch. Ein Fuchs hätte keine Hemmungen, den Cache auseinander zu nehmen und zu verschwinden, ohne sich ins Log-Buch einzutragen.

Schatzsuche ist ein Familienspiel. Es werden also auch Kinder in die Schatztruhe hineinsehen. Sie sollten da nur finden, was man den eigenen Kindern zumutet.

Sinnvoll sind sicher auch folgende Beigaben:

Beschreibung für Nicht-Geocacher

Damit Uneingeweihte, sogenannte "Muggles", erfahren, was sie aus Zufall oder weil der Vorgänger das Versteck mangelhaft getarnt hat, Schönes gefunden haben, soll eine Beschreibung im Cache liegen. Sie dürfen sich ja durchaus ins Log-Buch eintragen, sollten aber aufgefordert werden, den Schatz so zu behandeln, wie es ein "richtiger" Geocacher tun würde.

"Diplom"

Damit der Finder nebst dem "Schatz" auch etwas hat, was er mit Stolz nach Hause tragen kann, könnte ein kunstvolles "Diplom" für die erfolgreiche Suche im Cache liegen. Oder ein Abreisszettelblock mit Codes, mit dem der Finder beim "Besitzer" des Caches ein ausdruckbares Diplom anfordern kann. - Manchmal liegt für den ersten Finder eines neuen Caches ein kleines Geschenk im Behälter

Verpackung

Log-Buch und Bleistift gehören in einen besonderen Plastikbeutel, möglichst mit einem robusten Schnellverschluss. Wenn der Bleistift den Beutel von innen beschädigen könnte, sollte er ausserhalb platziert werden.

Der Behälter wird, wenn nötig, in einen oder mehrere stabile, wasserdichte Plastiksäcke eingepackt und diese mit Gummiband oder Bindedraht verschlossen. Die Farbe der Säcke kann zusätzliche Tarnung sein (ein schwarzer Sack im weissen Schnee wäre eher ungünstig ...).

Wesentlich angenehmer ist ein Versteck, das keine zusätzliche Umhüllung des Cachebehälters erfordert. Plastiksäcke werden schnell feucht, schmierig, zerfetzt, von Schnecken bevölkert und dadurch grauslig.

Muss der Cachebehälter eingepackt werden, dann besser in ein Nylonsäckchen, das zwar den Schmutz (und Schneckengetier) vom Behälter fern hält, aber nicht luft- und wasserdicht ist, sodass eingesperrte Feuchtigkeit entweichen kann.

Das Versteck

Geeignet sind zum Beispiel:
- hohle Baumstämme und Baumstrünke
- Steinplatten
- Mauerwerk mit entsprechenden Nischen (aber nicht sauber gemauerte Steinmauern, die nach dem Besuch des dritten Cachers wie nach einer Explosion aussehen würden!)

Wichtig: das Versteck sollte nicht einfach einsehbar sein, sodass der Finder in Ruhe das Log-Buch ausfüllen kann, ohne dass Unbeteiligte lange Hälse machen. Andernfalls ist das Risiko, dass der Cache verschwindet, beträchtlich und der Finder fragt sich, weshalb der Verstecker ausgerechnet eine risikobehaftete Örtlichkeit ausgewählt hat.

Der Besitzer der Örtlichkeit (Grundbesitzer, öffentliche Hand, Verein) sollte keine Einwände gegen das Versteck und die Besuchermassen, die zukünftig zum Versteck streben werden, haben.

Damit Tiere (und andere Nicht-Geocacher) den Behälter nicht wegschleifen können, könnte eine Befestigung durch eine Schnur oder Draht nützlich sein.

Tarnung

Das Versteck muss gut getarnt sein, damit es nicht allzu leicht und vorallem nicht von Nicht-Geocachern gefunden wird.
Die Tarnung darf derart sein, dass sie zwar unnatürlich aussieht, aber nur demjenigen auffällt, der danach sucht. Ein Steinhaufen im Wald sammelt sich selten von alleine an, fällt aber auch nicht auf, wenn man ohne Verdacht daran vorbeigeht.

Vergraben ist eigentlich keine gute Idee, ausser es sei in der Beschreibung ausdrücklich oder versteckt darauf hingewiesen: "Vergiss den Klappspaten nicht ...".

In den Anfangsjahren des Geocachens galt die Regel, einen Cache so zu verstecken, dass ihn Unbeteiligte nicht finden, sehr wohl aber Geocacher. Heutzutage greift die Unart um sich, einen Cache so zu verstecken, dass ihn Geocacher möglichst schwer finden.
Ich betrachte dies als Unfug, weil die Umgebung in kurzer Zeit entsprechende Suchspuren und Schäden aufweisen wird und Umtriebe entstehen, die dem Geocachen einen schlechten Ruf eintragen oder gewisse Kreise nach einer Reglementierung rufen werden.

Position

Ermittle die Position des Caches möglichst genau, allenfalls durch Einmitten von 3 oder 4 Messpunkten im Abstand von einigen Metern vom Cache.
(Umrechnung von Schweizerischen Landeskoordinaten CH03 in WGS84 und umgekehrt).

Dokumentation

Für die Beschreibung, als "Spoiler" (=Spielverderber), könnte eine Foto vom Versteck und seiner Umgebung hilfreich sein.

Geocaching.com stellt eine (englische) Beschreibung bereit: Tutorial

Cache eintragen

Registriere den neuen Cache bei

neuen Cache bei geocaching.com anmelden

(und bei navicache.com.  Bei navicache.com gibt's dazu in der oberen Menüzeile den Knopf "HIDE A CACHE".)

Achtung: in unserer Region müssen alle Längen-Koordinatenangaben mit E (nicht mit dem allfällig vorgegebenen W) angegeben werden!

Annahme (Approving) bei geocaching.com

Bei geocaching.com wird ein neuer Eintrag (Cache) geprüft und allenfalls abgewiesen, wenn er zu nah an einem bereits bestehenden Cache liegt, einem falschen Cachetyp zugewiesen ist oder sonst einigen Vorgaben widerspricht.
Sobald ein Cache bei geocaching.com angemeldet wird, werden dessen Koordinaten bei der (automatischen) Prüfung, ob er den Abstandsregeln anderer, allenfalls erst geplanten, Caches in die Quere kommt, einbezogen. Ausserdem wird bei der Anmeldung der "Waypoint-Name" (GC.....) vergeben, sodass der  Cachebesitzer diesen in seiner Dokumentation schon verwenden kann.
Achtung: bei der Anmeldung darf der Haken bei "Yes, this listing is active" erst gesetzt werden, wenn der Cache im Gelände ausgelegt und suchbar ist!
Als Hinweis, auf was von den sogenannten "Reviewern" vor dem Veröffentlichen von Caches geachtet wird, können Reviewer-Infos dienen.

Ermittlung der Schwierigkeitsgrade

Ein Cache wird einerseits bezüglich Schwierigkeit zum Auffinden mit Stufen von 1 bis 5 bewertet und andererseits bezüglich Gelände mit Stufen von 1 bis 5.

Leider gibt es kein allgemeingültiges System zum Ermitteln der Schwierigkeitsstufen (mehr). Folgende Hilfen sind zu finden:

Reviewer-Bewertungstabelle

Bei einem schwierigeren Cache empfiehlt es sich, ihn von einer zweiten Person prüfen zu lassen (Betatest) und allenfalls die Beschreibung gemeinsam zu erstellen.

Beschreibung

Positiv ist die Angabe der Distanz in Metern oder Gehminuten vom Ausgangspunkt zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs und allenfalls auch die Höhenmeter, für Fussgänger und für Radfahrer.

Für den Autofahrer ist die Angabe einer Parkmöglichkeit hilfreich, auch die Angabe, ob das Parkieren etwas kostet und dass der Parkplatz um 18 Uhr schliesst und die Wegfahrt erst am nächsten Werktag möglich ist.

Die Angabe der geeigneten Wanderkarte (1:25'000 Blatt nnnn Ort) freut sicher gewiefte Wanderer.

Hinweise auf interessante Orte in der Umgebung erhöhen die Attraktivität des Caches (Aussichtspunkt, Ruine, Wanderwege, geschichtlicher Bezug usw.).

Die zusätzliche Beschreibung in Fremdsprachen (englisch, französisch, bayrisch) freut die des Deutschen Unkundigen.

Betreuung

Der "Besitzer" (Owner) eines Caches sollte diesen sorgfältig betreuen, indem er die Logs der Besucher regelmässig beachtet und auftauchende Probleme schnell behebt.

Das können sein:
- der Cache ist nicht mehr da
- der Cache ist am falschen Ort
- der Cache ist zerzaust (vom Mäuslein angefressen)
- der Cache ist feucht geworden
- Teile fehlen oder sind beschädigt
- das Logbuch ist voll
- das Schreibzeug ist aufgebraucht, stumpf, fehlt
- eine Ergänzung der Beschreibung drängt sich auf
- es finden am Ort Wald- und Bauarbeiten statt
- die Besitzverhältnisse des Grundstücks ändern
- die Nutzung des Grundstücks ändert
- Felsstürze und Überschwemmungen ändern die Lage

Es ist deshalb keine gute Idee, einen Cache 1000 Kilometer vom Wohnort zu legen - oder dann eine Betreuung zu besorgen.

Lebensende

Wenn der Cache nicht mehr taugt oder der Besitzer ihn nicht mehr betreuen kann, sollte er abgemeldet und "archiviert" werden. Die ausgelegten Teile sollen eingesammelt werden. Dies ist die letzte Amtshandlung des "Besitzers".